Spielbericht
 
SV Olbernhau - VfB Fortuna Chemnitz 0:4
Landesklasse Herren St. West - Sa. 16.06.2018, 15:00 Uhr

Aufstellung:
Pierson - Weißbach, von der Mühlen (C), J. Schmidt (V) - Hornig, Weigel, Eberlein, Löbner (75. Neubert) - Vass (81. M. Müller), Hofmann (81. Schneider), Rüger

Torschützen:
0:1 und 0:2 Rüger (42. und 46.), 0:3 Neubert (76.), 0:4 Rüger (78.)

Zuschauer: 192

Schiedsrichter: Kay Windisch, Johann Seidl und Manuel Reddig

Lehrstunde für den Klassenprimus
Bevor der SV Olbernhau nach Spielschluss völlig zurecht für eine überragende Saison den Pokal für den Staffelsieger der Landesklasse West und die Goldmedaillen in Empfang nehmen durfte, musste er erst einmal eine klare und in der Höhe letztendlich auch verdiente 0:4 (0:1) Niederlage gegen unsere 1. Männermannschaft verkraften. Vor eigener Kulisse wollte der Tabellenführer die Partie gegen den bis dahin auf Tabellenplatz 3 liegenden VfB Fortuna gewinnen. Doch so kam es nicht. Unsere Trainer Rocco Dietrich und Dietmar Leuschel hatten die Fortunen prima eingestellt, diesmal spielte auch jeder wieder auf seiner Stammposition. Während die Gastgeber mit vorwiegend langen Bällen hinter die Chemnitzer Viererkette kommen wollten und versuchten, nach Standards ihre körperlichen Vorteile zu nutzen, spielte unser Team die technisch feinere Klinge und war gedanklich wacher. So kombinierte man sich immer wieder aus der Abwehr über ein sehr lauffreudiges Mittelfeld und brachte vorn die schnellen Spitzen in gute Positionen. Bereits in der 2. Spielminute ergab sich nach guter Vorarbeit von Max Löbner eine Gelegenheit für Alexander Hofmann, der leider die Kugel nicht voll traf. Die Gastgeber hatten durch Steve Müller (13.), Vivian Meyer (35.) und Patrick Spartmann (38.) ebenfalls gute Tormöglichkeiten. Diese wurden aber vom völlig abgezockt spielenden Chemnitzer U 19-Torwart Lennart Pierson sehr souverän entschärft. Auf der Gegenseite kratzte Olbernhaus Torwart Patrick Wilde einen Schuss von Florian Rüger aus dem Dreiangel (35.). In der 42. Spielminute ging es dann viel zu schnell für die SVO-Akteure. Eine Olbernhauer Ecke wurde im Chemnitzer Strafraum geklärt und Max Löber auf die Reise geschickt. Der bediente den aus dem eigenen Strafraum im vollen Sprint mitgelaufenen Florian Rüger, der den Ball sicher mitnahm und Patrick Wilde im Olbernhauer Kasten keine Chance liess. Zwei Minuten später bediente Florian Rüger Dominik Hornig, der jedoch knapp verzog. Zur Pause war es schon merklich stiller im Olbernhauer Block geworden, mit Wiederbeginn sollte es ganz ruhig werden. Die Fortuna fing den Anstoß der Olbernhauer ab und ein langer Ball kam an der Strafraumgrenze zu Florian Rüger. Der tanzte Patrick Spartmann und Max Flade aus und umspielte noch Patrick Wilde, ehe er zum 2:0 für die Fortuna einschob. Zwei Minuten später verfehlte der unermüdlich rackernde Ronny Weigel nur knapp das Olbernhauer Tor. Olbernhaus Coach Steve Dieske wechselte danach den Torwart und brachte mit Sebastian Kaden einen lautstark dirigierenden Akteur. Dieser hatte in der 54. Spielminute seine erste Bewährungsprobe bei einem Schuss von Alexander Hofmann und meisterte diesen. Auf der Gegenseite kam der SVO nur zu einer klaren Tormöglichkeit durch Stephan Schäfer, die der Olbernhauer Torjäger jedoch ausließ (59.). In dieser Phase drückten die Gastgeber massiv auf den Anschlusstreffer, wirkten dabei aber ideenlos und brachten die Abwehr um den stark auftrumpfenden Moritz von der Mühlen nicht in Bedrängnis. In der 76. Spielminute bediente Alexander Hofmann maßgenau den kurz zuvor eingewechselten Manuel Neubert, der den Gastgeber-Torwart Sebastian Kaden tunnelte und zum 0:3 vollendete. Zwei Minute später schlug Manuel Neubert einen Freistoß aus dem Halbfeld in den Olbernhauer Strafraum, Florian Rüger übersprang alle und nickte unhaltbar zum 4:0 aus 10 Metern ein. Für diesen Treffer erhielten die Fortunen sogar Szenenapplaus vom Olbernhauer Publikum. In der 81. Minute prüfte Alexander Hofmann nochmals Sebastian Kaden mit einem strammen Schuss von der Strafraumgrenze. Danach verloren einige Olbernhauer Spieler die Nerven und legten sich sogar mit den eigenen Fans an. Martin Preißler, einer der besten Olbernhauer, und Marcus Winzer hatten Glück, dass sie für ihre Fouls an Manuel Neubert und Kevin Eberlein nur die dunkelgelbe Karte sahen. Als dann in der 89. Spielminute noch ein Flitzer in Badehose, Flossen und Taucherbrille übers Feld marschierte, pfiff der souverän leitendende Schiedsrichter Kay Windisch (Freital) die Begegnung vorzeitig ab. Die Olbernhauer, die für eine insgesamt großartige Saison verdient den Meisterpokal in Empfang nahmen, kann man nur alles Gute für die kommende Saison in der Landesliga wünschen. Und unser junges Team hat gemerkt, dass sie sich in dieser Besetzung vor keinem Gegner in der Landesklasse verstecken müssen. Lohn des verdienten 4:0 Erfolges ist am Ende der 2. Tabellenplatz in der Landesklasse West. (FR)